Teilprojekt 5

Integrierte Analyse genetischer, epigenetischer und umweltbedingter Vulnerabilitäts-faktoren in affektiven Störungen

Prof. Dr. Marcella Rietschel1, PD Dr. Stephanie Witt1, Prof. Dr. Markus M. Nöthen2, Prof. Dr. Axel Krug³

1Universität Heidelberg, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim
2Universität Bonn, Institut für Humangenetik
3Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Medizin, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

 

Formalgenetische Studien belegen den großen Beitrag genetischer Faktoren zur Ätiologie und Pathophysiologie affektiver Störungen. Die Erblichkeit ist hoch und liegt bei 40 bis 70 % für Majore Depression und bis zu 80% für bipolare Störung. In neuesten molekulargenetischen Studien konnten bereits mehrere Suszeptibilitätsgene für diese Störungen identifiziert werden und unsere Arbeitsgruppe hat wesentlich zu diesen Erkenntnissen beigetragen. In diesem Workpackage soll untersucht werden, wie genetische, epigenetische und Umweltfaktoren ihren Einfluss auf die Ätiologie von affektiven Störungen vermitteln. Dazu sollen Korrelationen, nach Genotypisierung der MACS Probanden (N=2500), sowohl zwischen diesen Faktoren als auch mit kategorialen Diagnosen und Subphänotypen untersucht werden. Solche Subphänotypdaten werden bei MACS Probanden (Teilprojekt 1) im Rahmen von Magnetresonanztomographie- Untersuchungen (Teilprojekt 1) sowie in Studien zu mikroRNAs und mitochondrialer Funktion (Teilprojekt 3, Teilprojekt 4), neben anderen, erhoben. Ein Schwerpunkt ist die detaillierte Analyse der Effekte von zwei neuen, jedoch bereits gut etablierten Risikogenen für affektive Erkrankungen, CACNA1C und NCAN. Darüber hinaus werden auf genetischer und epigenetischer Ebene systematische, genomweite Ansätze verfolgt. So sollen die Studienteilnehmer mit einem genomweiten SNP-Array, der mit 50.000 für psychiatrische Erkrankungen spezifischen Markern angereichert ist („PsychChip“), genotypisiert werden. Genomweite Methylierungsanalysen werden in Extremgruppen durchgeführt. Die statistische/bioinformatische Auswertung wird in Zusammenarbeit mit Teilprojekt 6 durchgeführt. Diese wird Einzelmarker-, Multimarker-, Polygenic-Score-basierte und Pathway- Analysemethoden umfassen sowie den Einfluss von Umweltfaktoren berücksichtigen. Die Ergebnisse werden Einsichten in diagnose-spezifische Faktoren, sowie Faktoren, die über diagnostische Grenzen hinaus von Bedeutung sind, erlauben.

 

Projektleiter

Prof. Dr. Marcella Rietschel

Prof. Dr. Marcella Rietschel

PD Dr. Stephanie Witt

PD Dr. Stephanie Witt

Prof. Dr. Markus Nöthen

Prof. Dr. Markus Nöthen

Prof. Dr. Axel Krug

Prof. Dr. Axel Krug

Mitarbeiter

Dr. Andreas Forstner,  Postdoktorand

Dr. Andreas Forstner, Postdoktorand

Helene Dukal, Dipl.-Biol.

Helene Dukal, Dipl.-Biol.

Fabian Streit, M.Sc.

Fabian Streit, M.Sc.

Slavica Radosavljevic-Bjelic, MTA

Slavica Radosavljevic-Bjelic, MTA